EM 2020, - Benar Baltisberger

Evelyne Tschopp: «Wir haben ein starkes Team»

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Die Europameisterschaft steht vor der Tür. Wie holt man als Schweizer Judoka einen Podestplatz? Welches Potenzial hat unser Team? Wir haben bei der zweifachen EM-Medaillistin Evelyne Tschopp nachgefragt.  

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Ippon: Evelyne Tschopp weiss, wie man punktet. | SJV / Paco Lozano

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Sie ist die erfolgreichste Schweizer Judoka an Kontinentalmeisterschaften in jüngster Zeit: Evelyne Tschopp erkämpfte sich bei der EM 2016 den fünften Rang, 2017 die Bronzemedaille und doppelte 2018 mit Bronze nach. Wenn also jemand aus Erfahrung zu wissen scheint, wie man sich an Titelkämpfen durchsetzt, dann sind wir bei Evelyne an der richtigen Adresse – selbst wenn die Antwort auf eine solche Frage nicht ganz einfach ist, wie die Athletin vom JC Cortaillod-NE erklärt… 


Evelyne, wie gewinnt man als Schweizer Judoka eine EM-Medaille?

«Nun, ich denke so, wie Athlet*innen aus anderen Ländern auch: mit fleissigem, zielgerichtetem Training und zahllosen Randori-Einheiten. In letzteren versuche ich präzise die Inputs aus dem Techniktraining umzusetzen, bis es klappt. Das beinhaltet eben auch, einige Male zu fallen.»

Wie hast du dich spezifisch vorbereitet?

«Im Grunde ist die Vorbereitung gleich wie auf alle Turniere. Es gab einige Anpassungen im Bereich Kumi Kata (Griffkampf) und Technik. Dabei habe ich versucht, locker und gleichzeitig spritzig zu werden.»

Ist zwischenzeitlich deine Rippenverletzung ausgeheilt? Bist du 100% einsatzfähig?

«Die ist ausgeheilt, ja. Das sollte kein Problem darstellen.»

Welche Ziele hast du dir gesetzt, was ist realistisch?

«Das Ziel ist eigentlich immer eine Medaille. Ob es realistisch ist? Ich denke ja, natürlich kann immer viel passieren, denn es ist und bleibt Judo. Doch die meisten meiner Konkurrentinnen konnte ich schon bezwingen. Es sind Titelkämpfe und alle werden top vorbereitet sein.»

Welchen Einfluss hat diese EM für die Olympia-Qualifikation?

«Die Qualifikation wird Ende Juni abgeschlossen sein, bis dahin ist alles möglich. Am Schluss wird abgerechnet.»

Fabienne Kocher konnte jüngst einige Positionen in der Rangliste gutmachen. Wie gehst du persönlich mit Druck aus den eigenen Reihen um?

«Ich versuche stets, meine Konzentration auf mich und meine Leistungen zu fokussieren. Das ist das einzige, was ich beeinflussen kann. Konkurrenz aus den eigenen Reihen hilft uns sicher gegenseitig, um uns voran zu bringen. Es ist unbestritten, dass Fabi eine sehr gute Athletin ist. »

Was traust du den anderen Schweizer Judoka des Teams zu? Welches Potenzial haben wir in Lissabon?

«Drei von vier sind momentan für die Spiele qualifiziert – Ich denke das sagt schon einiges aus. Wir haben ein starkes Team, das für gute Resultate sorgen kann.»
 

Rückblick: Evelyne Tschopp EM 2018