EM 2021, - Benar Baltisberger

Starke Kämpfe und knapp verpasste Medaille am ersten Tag der EM

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Am ersten Tag der Europameisterschaften in Lissabon (POR) erkämpfte sich Evelyne Tschopp den fünften Rang, Fabienne Kocher landete auf Rang 7. Beim Turnier kam es auch zu einem Schweizer Duell.

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Rang 5 für Evelyne Tschopp. | EJU

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Die beiden Athletinnen -52kg, Evelyne Tschopp und Fabienne Kocher, sorgten für viel Action am ersten Tag der EM 2021 in Lissabon. Am Ende reichte es leider nicht für eine Medaille. Man darf ihnen aber starke Leistungen und respektable Platzierungen zusprechen: Mit einem Freilos, zwei Siegen und einer Niederlage landete Evelyne Tschopp auf Rang 5, Fabienne Kocher sicherte sich mit zwei Siegen und zwei Niederlagen den siebten Rang. 

Dennoch, der Chef Leistungssport Dominique Hischier spricht kurz nach dem Einsatz von einer «Enttäuschung». Verständlich, hinsichtlich dessen, dass für eine Bronzemedaille so wenig gefehlt hätte. Im kleinen Finale übernahm Evelyne Tschopp gegen Gefen Primo (ISR) zunächst die Führung und hatte den Sieg in ihren Händen. Doch Primo zog den Kopf nochmal aus der Schlinge und punktete kurz darauf im richtigen Moment zum Sieg. «Natürlich sind wir sehr enttäuscht, diese Meisterschaften heute ohne Medaille verlassen zu müssen, gerade wenn man das Leistungsvermögen unserer Athletinnen bedenkt. Das Potenzial ist vorhanden, darauf stützen wir uns, um auch künftig wieder einsatzbereit zu sein», so Hischier.

Angesichts des verloreren Bronze-Kampfs zeigte sich Evelyne Tschopp nicht zufrieden: «In erster Linie bin ich enttäuscht über das verpasste Podest. Ein unnötiger Fehler hatte sich heute bitter gerächt. Ich ziehe die Lehren daraus und blicke nach vorne», so die Athletin.

Fabienne Kocher zieht gleichermassen ein resigniertes Fazit: «Ich bin gut in das Turnier gestartet und nahm Kampf für Kampf. Doch mit dem Endresultat bin ich leider gar nicht zufrieden. Es wäre mehr möglich gewesen und daher bin ich sehr enttäuscht. Wie letztes Jahr an der EM bin ich im Hoffnungslauf gescheitert und konnte nicht mein ganzes Potenzial abrufen.»


Ein Blick auf das Schweizer Duell 

Das Aufeinandertreffen der beiden Schweizer Olympiakandidatinnen -52kg sorgte aus nationaler Sicht für Aufsehen und ebenso für Spannung. Wie ist ein solches Duell zu bewerten? 

Eine helvetische Begegnung auf internationalem Parkett kann durchaus positive Aspekte mit sich bringen, sofern das Duell möglichst spät im Wettkampf stattfindet. Man würde als Schweizer Fan natürlich mit einem Finale liebäugeln. Dafür reichte es an der EM 2021 nicht – davon abgesehen, dass es die Auslosung ebenso verunmöglicht hätte. Nachdem Fabienne als auch Evelyne im Viertelfinale unterlagen, kam es also in der Hoffnungsrunde zu jenem Duell. Obwohl Fabienne vorlegte und mit einer Waza-Ari-Wertung die Führung übernahm, war am Ende Evelyne die siegreiche Athletin. Durch eine gelungene Kontertechnik im richtigen Moment sicherte sich die 29-Jährige den Einzug ins kleine Finale. 

Während, regional betrachtet, der JC Cortaillod-NE wohl Evelyne die Daumen drückt und der JC Uster ebendies für Fabienne tut, gibt es aus gesamtschweizerischer Perspektive freilich keine Präferenzen. Entsprechend bleiben bei einem solchen Ereignis die Coaching-Boxen leer. Die Judoka sind auf sich gestellt und die bessere Athletin möge sich durchsetzen. An jenem Tag behielt Evelyne Tschopp das bessere Ende für sich. Fabienne Kocher musste sich mit Rang 7 begnügen. Wir gratulieren beiden zum hervorragenden Einsatz und für ihren Sportsgeist, der beim Abgrüssen mehr als deutlich zum Ausdruck kam.   

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