WM 2021, - Benar Baltisberger

WM-Vorschau mit Fabienne Kocher

image

Fabienne Kocher spricht im Interview über die kommende Weltmeisterschaft, ihre Olympiahoffnungen und den ersten Anruf nach dem Wettkampf. 

image

Ihr jüngsten Erfolge lassen sich sehen: Im letzten Jahr gewann Judoka Fabienne Kocher Grand-Slam-Silber in Budapest und kämpfte sich im selben Jahr bei der EM auf Rang 7. In diesem Jahr gab es eine GS-Bronzemedaille in Taschkent sowie ein erneuter siebter Rang bei den Kontinentalmeisterschaften. Die 27-Jährige konnte zeigen, dass sie mit der Weltspitze Schritt hält und steht in der Zwischenzeit auf Rang 21 der Kategorie -52kg. Rein rechnerisch eine gute Ausgangslage, um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren – im selben Gewicht wetteifert aber ebenso Evelyne Tschopp. Die WM präsentiert sich als finaler Showdown im Punktesammeln.

 

Fabienne, vor 7 Jahren wurdest du bereits Siebte bei der WM in Tscheljabinsk. Damals -57kg, nun startest du -52kg. Was hat sich seit dieser Zeit verändert?

«Offensichtlich bin ich in diesen Jahren 5kg leichter geworden (schmunzelt). Nun ja, es gab sicherlich den Kategorienwechsel, aber ich habe mich auch in vielen anderen Bereichen verändert und vor allem verbessert. Vor 7 Jahren war der siebte Platz eine grosse Überraschung für mich, heute ist es eine Erwartung! Technisch, kräftemässig und auch taktisch habe ich einiges weiterentwickelt und bin gespannt, was im 2021 möglich ist. »

Was braucht es im Jahr 2021, um dieses Resultat zu toppen?

«Einen starken Kopf, viel Herzblut und eiserner Siegeswille.»

Die WM ist der letzte Qualifikationsevent für die Olympischen Spiele. Noch ist das Rennen offen. Was geht dir durch den Kopf?

«Ich weiss, dass viel von diesem Turnier abhängt für mich! Es könnte der letzte Wettkampf für eine längere Zeit sein oder ich erfülle mir meinen lang ersehnten Kindheitstraum. Doch ich versuche mir nicht zu viel Druck zu machen. Ich will es als eine Challenge sehen, mein bestes Judo abzurufen und Kampf für Kampf zu nehmen. Wenn ich am Ende des Tages mit dem Gefühl, alles gegeben zu haben, nachhause fahren kann, bin ich zufrieden. Entweder hat es dann gereicht oder ich war noch nicht so weit.»

Was muss passieren, damit du vom ersten Kampf an zu 100% bereit bist?

«Um 100% ready zu sein, ist ein gutes Aufwärmen das Wichtigste. Mein Körper muss bereit sein, von Anfang an mit hohem Rhythmus in den Kampf zu starten. Ebenfalls wichtig für mich sind die letzten Minuten vor Kampfbeginn. Da brauche ich volle Konzentration, muss den Fokus auf den Kampf legen und die besprochene Strategie im Kopf nochmals verinnerlichen.»

Angenommen du gewinnst eine Medaille: Wen rufst du als erstes an nach dem Wettkampf?

«Meinen Freund! Er war mir in den letzten Jahren eine grosse Stütze und hat mich bei meinen schönsten, aber auch emotionalsten und traurigsten Momente begleitet und mir immer den Rücken gestärkt. »