Olympia, - Benar Baltisberger

Fabienne und Nils: Bereit für Tokio

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Vom 24. – 31. Juli finden die Olympischen Spiele in Tokio statt. Die Schweizer Judoka stehen vor dem grössten Event ihrer Sportkarriere.

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Der grosse Moment ist gekommen: Fabienne und Nils blicken dem Karriere-Highlight entgegen.

Auf zu neuen Abenteuern, auf nach Tokio! Die beiden Schweizer Judoka, Fabienne Kocher und Nils Stump, sind bereit für das weltgrösste Sportfestival, von dem sie seit Beginn ihrer Judokarriere geträumt haben. «Ein einzigartiges Gefühl», gibt Nils zu verstehen, «Ich freue mich wirklich sehr auf den Wettkampf». Gleichermassen ging der Traum für Fabienne in Erfüllung: «Es war immer mein Ziel, dafür habe ich alles gegeben».

Olympia 2021, wenngleich die Umstände einer ungewöhnlichen Saison phasenweise überhandnahmen, so werden diese Spiele dennoch zum einzigartigen Momentum unserer zwei Akteure, die sich ihren Weg ins Heimatland des Judo erkämpft und verdient haben.


Grosse Erfolge im Gepäck

Das Schweizer Team darf mit viel Selbstvertrauen nach Tokio fahren. Dies resultiert aus den jüngsten Erfolgen in diesem Jahr: Nils gewann dank bärenstarkem Einsatz Bronze bei der Europameisterschaft. Bei der Weltmeisterschaft erkämpfte sich Fabienne ebenfalls Bronze – was nicht zuletzt ausschlaggebend für ihre Olympia-Qualifikation war. «Den Erfolg konnte ich zwischenzeitlich gut verarbeiten», erzählt die Athletin, «Wir hatten Zeit, um die Kämpfe nochmals zu analysieren». Für den kommenden Event war das ein regelrechter Motivationsschub. «Diese Medaille gibt mir sicher viel Kraft, die ich für die letzten Vorbereitungen und für die Spiele mitnehmen darf».


Die Qualifikation alleine genügt nicht

Bei einem bescheidenen Ausflug soll es nicht bleiben. Fabienne und Nils haben mehr im Sinn, denn der Traum endet nicht mit der blossen Qualifikation. Fabienne ist entschlossen: «Natürlich ist der Traum nicht nur die Qualifikation, sondern auch eine Medaille. Daran werde ich bis zum Schluss glauben und dafür kämpfen». Für beide ist derweil klar: Sie wollen am Wettkampftag ihr bestes Judo abrufen. «Ich denke, wenn mir das gelingt, dann sind die Grenzen nach oben offen. An einem guten Tag ist alles möglich und ich kann jeden Gegner besiegen», ist sich Nils sicher.


Japanische Dominanz

Schlafende Konkurrenz? Fehlanzeige! Die beiden Kategorien -52kg und -73kg zeigen eine unglaubliche Leistungsdichte der Athlet*innen. «Die Klasse -73kg ist sehr breit aufgestellt und es gibt viele starke Kämpfer», erklärt Nils. Eine merkliche Dominanz kommt einmal mehr aus dem Gastgeberland Japan. «Von aussen betrachtet ist wohl der Japaner Shohei Ono der Favorit – er ist seit langer Zeit ungeschlagen und ein Ausnahme-Judoka», analysiert der 24-Jährige. Uta Abe, gleichfalls Lokalmatadorin in Tokio, zählt zu den stärksten Konkurrentinnen in Fabiennes Gewichtsklasse. Und mit Amandine Buchard (FRA) oder Majlinda Kelmendi (KOS) sind weitere, sehr grosse Namen -52kg im Spiel. 


Grosses Zutrauen

Trotz der riesigen Herausforderungen, die da warten, finden die helvetischen Judoka lobende Worte und trauen dem anderen jeweils einiges zu. «Fabienne ist natürlich eine super Judoka. Es freut mich sehr, mit ihr nach Tokio fahren zu können. Wir sind im selben Verein und trainieren schon sehr lange zusammen. Mit der WM-Bronzemedaille hat sie gezeigt, dass sie zu den Favoritinnen zählt. Von daher wäre eine Medaille in Tokio für Fabienne nicht vermessen», so Nils Stump begeistert. Die Komplimente beruhen auf Gegenseitigkeit: «Ich kenne Nils sehr gut und weiss, wozu er fähig ist. Vor allem in letzter Zeit hat er einen Riesenschritt gemacht. Ich bin überzeugt, wenn er einen guten Tag erwischt, liegt bei ihm sehr viel drin, auch eine Medaille!», analysiert Fabienne abschliessend.