Olympische Spiele, - Benar Baltisberger

Coach Budolin: «Jetzt wissen sie, dass alles möglich ist.»

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Die Olympischen Spiele in Tokio sind für die Schweizer Judoka bereits in den Geschichtsbüchern. Der Nationaltrainer Aleksei Budolin zieht ein positives Fazit, spricht aber auch von höheren Zielen. 

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Ambitionierter Einsatz für die Ziele der Schweizer Judoka: Aleksei Budolin | SJV / Paco Lozano.

Er plant und organisiert, analysiert und pusht die Judoka zu Höchstleistungen – Der Coach! Unermüdlich und ambitioniert ist der Trainer wesentlich am Erfolg der Athlet*innen beteiligt. Und nicht zu Unrecht würde man behaupten, dass diese Berufung oftmals nicht weniger anstrengend ist, als das Athletendasein selbst. 

Aleksei Budolin ist der Mann am Mattenrand von Nils Stump und Fabienne Kocher. Der ehemalige Topathlet aus Estland hatte zahlreiche Erfolge, darunter Olympia-Bronze in Sydney, zwei WM- sowie fünf EM-Medaillen. In Sachen Ruhm hält er sich heute gerne im Hintergrund, gibt als Coach bescheiden zu verstehen, dass die Erfolge alleine den Athlet*innen gehören.

Nichtsdestotrotz: ohne einen ambitionierten Trainer wäre vieles nicht möglich gewesen. Seine Rückschau auf die Spiele hat deshalb einen speziellen Stellenwert und erzählt die Geschichte aus einer anderen Perspektive…
 

Wie hast du die Olympischen Spiele im Grossen und Ganzen erlebt? 

«Im Allgemeinen waren diese Spiele sehr positiv. Wir hatten eine gute Vorbereitung, auch das Vorbereitungscamp in Tsukuba verlief gut und alle in unserem Team waren gesund und motiviert.»
 

Wie haben sich unsere Athleten bei ihrer Premiere geschlagen?

«Fabienne verkaufte sich sehr gut, sie zeigte die hohe Qualität ihres Judo und Kampfgeistes. Insbesondere in den ersten drei Kämpfen konnte sie ihr Potenzial abrufen. Nach der Pause, im Finalblock, passierten ein paar Fehler – das ist etwas schade, denn für eine Medaille hätte nicht viel gefehlt. Nils ebenso, er hatte bis zur letzten Sekunde vollen Einsatz gegeben und gekämpft. Wenn wir das alles mit grösseren Rahmen betrachten und die verlängerte Qualifikationsphase berücksichtigen, bin ich doch der Meinung, dass der Einsatz stimmte.»
 

Wurden die Ziele des Teams erreicht?

«Wir erreichten die Zielvorgaben von Swiss Olympic – aber unsere eigenen Ziele sind noch im Prozess. »
 

Welche Lektionen können wir für die Zukunft mitnehmen?

«Diese Spiele waren eine gute, erste Erfahrung an diesem Event für unsere Judoka. Am Ende gab es einige positive Emotionen aber auch negative Emotionen, das gehört dazu. Jetzt wissen sie, dass alles möglich ist.»
 

Wie sieht die nahe Zukunft für die Nationalmannschaft aus?

«Fabienne und Nils erholen sich nun in einem kompletten Monat, ohne Trainingseinheiten. Danach folgen zwei Monate Übergangszeit, in der wieder einige Trainings stattfinden werden, aber noch keine Wettkämpfe oder Camps. Danach werden wir wieder an der Basis arbeiten, um uns für den nächsten Olympischen Zyklus vorzubereiten.»