Europameisterschaft 2020, - Benar Baltisberger

EM 2020: Rang 7 für Fabienne Kocher

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Judoka Fabienne Kocher erkämpfte sich bei der Europameisterschaft in Prag (CZE) den siebten Rang -52kg. Evelyne Tschopp musste sich früh geschlagen geben.

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Ein starker Einsatz endete mit dem siebten Rang für Fabienne Kocher. | EJU

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Die Ziele der beiden Schweizer Athletinnen der Gewichtsklasse -52kg waren hoch angesetzt. Zurecht wird man sagen dürfen, angesichts ihrer jüngsten Leistungen beim Grand Slam in Budapest. Im Vorfeld gehörten beide zu den gesetzten acht Starterinnen und durften deshalb von einem Freilos profitieren.

Für die zweifache EM-Medaillengewinnerin Evelyne Tschopp kam das Aus entgegen aller Erwartungen bereits nach ihrem ersten Kampf. Ihre Kontrahentin Estrella Lopez Sheriff (WNr. 36/ ESP) setzte im richtigen Moment zu einer tiefen Schultertechnik an, die mit Waza-Ari bewertet wurde. Trotz aller Bemühungen konnte Evelyne diesen Rückstand nicht mehr aufholen und so musste diese Niederlage akzeptiert werden.

Fabienne Kocher traf derweil in ihrer Startrunde auf die Ungarin Reka Pupp (WNr. 26), die zuvor das Duell gegen Cristina Blanaru (MDA) gewinnen konnte. Die beiden Athletinnen lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, das schliesslich im Goldenscore verlängert wurde. Die Schweizerin wirkte jedoch siegessicher und nutzte schliesslich die Gelegenheit, um mittels Kontertechnik eine Runde weiterzuziehen.
Das Viertelfinale gegen die Vize-Olympiasiegerin von 2016, Odette Giuffrida (ITA), gestalte sich erneut ausgeglichen und ging abermals in die Verlängerung – der Kampf endete nach rund 2.5min zugunsten der Italienerin und Fabienne durfte noch mit Bronze liebäugeln.

Charline Van Snick (BEL), ihres Zeichens Weltnummer 11, lautete die Aufgabe im Hoffnungslauf. Die Athletin vom JC Uster dominierte diesen Kampf über weite Strecken und führte bis kurz vor Schluss mit zwei Strafen. Möglicherweise ist dieses Urteil der Sichtweise als «Schweizer Fan» geschuldet – doch hätte die dritte Bestrafung nicht längst erfolgen dürfen? Wie dem auch sei, die entscheidende, wenn auch knappe Szene gehörte Van Snick, die sich kurz vor Schluss mit Waza-Ari behauptete.

Ärgerlich, natürlich! Denn Fabienne wirkte entschlossen und siegessicher, eine Medaille wäre sicher realistisch gewesen. Evelyne war zu früh ausgeschieden, gegen eine Kontrahentin, der sie eigentlich überlegen sein sollte. Doch das Judo lehrt uns, auch mit solchen Niederlagen entsprechend umzugehen. Es geht weiter und wir freuen uns auf die nächsten Einsätze unserer -52kg-Kämpferinnen.