Kampfrichter, - Benar Baltisberger

Raphaël Kloeti:  «So bleibe ich ein Teil des Wettkampfs»

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Raphaël Kloeti wird die Schweiz bei der Militär WM als auch bei der U23 EM als Kampfrichter vertreten. Worauf er sich freut und welche Tipps er für den Nachwuchs hat, erfährst du im Interview. 

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Grosse Meisterschaften auf internationalem Parkett stehen in Aussicht. Vom 28.10 - 04.11 wird die Militär WM in Bretigny (FRA) stattfinden, gefolgt von der U23 EM zwischen dem 5. und 7. November in Budapest (HUN). Die Schweiz wird dabei nicht nur mit aktiven Athlet*innen vertreten sein, sondern auch im Bereich der Kampfrichter kam es zu Aufgeboten, die von einer Erfolgsgeschichte erzählen. Raphaël Kloeti vom JC Cortaillod-NE wird an diesen Events als Unparteiischer spannende Kämpfe leiten dürfen. Wie es dazu kam, erzählt er im Interview. 

Raphaël, wann und warum hattest du dich entschieden, Kampfrichter zu werden?

«Bei einem Freunschaftsturnier musste damals jeder Verein einen Kampfrichter stellen. Ich hatte mich als Freiwilliger gemeldet und konnte den ganzen Tag unter der Leitung eines offiziellen Richters Kämpfe leiten. Alles verlief sehr gut und am Ende des Tages hatte ich eine Diskussion mit einem Kampfrichter, der mich fragte, ob ich mich das Ganze interessieren würde – daraufhin begann ich meine Ausbildung.»

Worauf freust du dich besonders, wenn du an die WM resp. EM denkst?

«Die WM wird speziell, da ich das erste Mal auf einer Weltbühne stehe. Viele der weltbesten Athleten haben Verträge mit der Armee, das Niveau wird entsprechend hoch sein. Was die U23 EM betrifft, so erfüllt es mich mit Stolz, dass ich für diesen Event selektioniert wurde. Es ist schön, bei einem Turnier dabei zu sein, das nicht nur für Qualifikationen dient, sondern selbst eine finale Meisterschaft an sich ist. Zwar wird es nicht viele Zuschauer geben, doch ich freue mich auf die Atmosphäre wenn am Ende die kontinentalen Meister*innen gekürt werden. Ich bin mir bewusst, dass beides Wettkämpfe wie jeder andere sind, dennoch spüre ich natürlich ein wenig mehr Druck.»

Welche Kriterien musstest du als Kampfrichter für die Selektion erfüllen?

«Die Militär-WM findet nicht unter dem Schirm der IJF resp. EJU statt, sondern ist ein Wettkampf der CISM. Jede Nation kann eine*n Kampfrichter*in ab Int.-B vorschlagen, das Komitee bestimmt schliesslich über das Aufgebot. Für die U23 EM werden die Kampfrichter*innen von der EJU selektioniert. Hier werden die Ergebnisse resp. Noten von Turnieren innerhalb der letzten zwei Jahre berücksichtigt.»

Für den interessierten Nachwuchs: Weshalb lohnt es sich, Kampfrichter zu werden?

«Es ist eine spannende Welt, das Judo und die damit verbundenen Wettkampfregeln können sich ständig entwickeln, weshalb man immer interessiert und auf dem neuesten Stand bleiben muss. Für mich persönlich ist es die beste Möglichkeit, ein Teil des Wettkampfs zu bleiben – man erlebt die Atmosphäre, Druck, Erfolge und Misserfolge hautnah mit. Es ist jedes Mal ein spezielles Gefühl, wenn ich das Ippon vergebe und das Gesicht des Siegers sehe. Man sollte keine Angst vor der Drucksituation oder vor dem Publikum haben – der Kampfrichter ist dazu da, den Kampf zu leiten und um zu schauen, dass der richtige Kämpfer als Sieger von der Matte geht. Ferner lernt man viele Athlet*innen und Coaches aus aller Welt kennen, hat die Möglichkeit an internationale Turniere zu reisen – das erweitert den Horizont ungemein.»

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