Paralympics Judo, - Bettina Freihofer

Seit 11 Jahren ein Erfolgsteam: Alexandra Schiesser und Carmen Brussig

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Alexandra Schiesser lebt für den Schweizer Kampfsport. Seit über 44 Jahren steht sie auf den Matten, kennt die unterschiedlichen Perspektiven als Athletin, Trainerin, Coach, Kampfrichterin aus eigener Erfahrung. Und das in verschiedenen asiatischen Kampfsportarten wie Judo, Ju-Jitsu oder Kung Fu.

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Erfolgs-Duo: Carmen Brussig (links) mit Coach Alexandra Schiesser. | Foto: Bruno Füchslin.

Steigendes Interesse für Paralympische Sommerspiele
«Das Interesse an den Paralympischen Spielen ist in den letzten Jahren massiv gestiegen», freut sich Alexandra. So waren an den Spielen in Rio 2016 verschiedene Finals bereits vorzeitig komplett ausverkauft. «Die Athletinnen und Athleten sind Hochleistungssportler/innen», führt Alexandra aus. «Sie zeigen auf eindrückliche Art und Weise, wie man mit einer Behinderung auf höchstem Niveau Spitzensport betreiben kann. Das fasziniert Zuschauer genauso wie auch die Medien.»

Schweizer Handicap Sport und Nachwuchs profitieren
Als Kampfrichter-Verantwortliche Judo für den Behindertensport wünscht sich Alexandra dieses Interesse auch in der Schweiz: Nicht ganz einfach… Erfolge, wie die dritte Medaille (2008, 2012, 2016) an Paralympischen Spielen von Carmen Brussig im Judo fördert die Berichterstattung über den Handicap Sport und unterstreicht dabei die Vielseitigkeit und Relevanz. Seit 11 Jahren ist Alexandra der Coach von Carmen Brussig, betreut die Spitzenathletin und unterstützt sie, wenn immer möglich. Mit ihrer Sehbehinderung kann Carmen nur noch ganz wenig von ganz nah erkennen, ansonsten ist sie blind. Bei den Wettkämpfen bedeutet das für die in der Gewichtsklasse -48kg kämpfende Judoka, bei den Paralympischen Turnieren mitzumachen. Als Trainerin steht Carmen bei Alexandra im Kampfsportcenter auf den Matten und fördert den Nachwuchs genauso wie den Breitensport.

Alexandra Schiesser: Fünf Fragen – fünf Antworten

1.Wieso hast du mit Judo angefangen?
Mein Adoptivvater brachte mich in das Judotraining, damit ich lernte kontrolliert und mit Respekt zu kämpfen, denn ich wurde im Krieg geboren und lernte als Kind schnell für mein Essen zu kämpfen.

2. Was bedeutet dir Judo?
Judo ist für mich eine Lebenslehre. Judo hat meine Persönlichkeit stark geprägt. Ich verdanke dem Sport sehr viel…

3. Was macht im Judo Spass?
Die vielen Facetten des Judosports: Wettkampf, Kata, Kuatsu, Gesundheitslehre, Behindertensport, usw. genauso wie immer wieder neue Techniken und Taktik zu erlernen.

4. Was sind deine Ziele?
Als Trainerin, die Vereinsmitglieder dorthin zuführen und zu begleiten, wo sie ihr persönliches Ziel setzen. Die Lebenslehre Judo motivierend weiterzugeben und dabei gesund zu bleiben.

5. Was hast du im Judo gelernt?
Disziplin, Durchhaltewille und meine Zielorientierheit.

Carmen Brussig: Fünf Fragen – fünf Antworten

1.Wieso hast du mit Judo angefangen?
Judo hat mich beim ersten Schnuppertraining sofort begeistert, denn da konnte man „raufen“.

2. Was bedeutet dir Judo?
Judo ist mein Leben.

3. Was macht im Judo Spass?
Im Judowettkampf werden immer neue Techniken entwickelt und man bleibt nie stehen. Es macht mir deshalb Spass, immer neue Techniken zu erlernen und nie stehen zu bleiben.

4. Was sind deine Ziele?
Paralympics Games in Tokyo 2020 und gesund zu bleiben.

5. Was hast du im Judo gelernt?
Was die Judowerte aussagen: Respekt, Disziplin, Hilfsbereitschaft, Mut und Vertrauen.