WM / Interview, - Benar Baltisberger

Giorgio Vismara zur Weltmeisterschaft 2018

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Nationaltrainer Giorgio Vismara zieht eine Bilanz nach einem der wichtigsten Events des Jahres und gibt einen Ausblick in die künftigen Massnahmen.

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Beobachtet und reflektiert: Nationaltrainer Giorgio Vismara | Paco Lozano.

Mitte September fand die Judo Weltmeisterschaft in Baku statt. Die Schweizer Athleten konnten einige Kämpfe für sich entscheiden, blieben am Ende aber medaillenlos. Welche Schlüsse können gezogen werden und wie geht es künftig weiter im Team? Nationaltrainer Giorgio Vismara erklärt es im Interview.
 

Giorgio, was dürfen wir als positiv von der vergangenen WM herausheben?

«In der Kategorie -52kg lief es verhältnismässig am besten. Trotz langer Verletzungspause trat Fabienne Kocher bei dieser WM mit grosser Entschlossenheit auf und beweist weiterhin eine positive Entwicklung in der neuen Gewichtsklasse. Auch Evelyne Tschopp schaffte es wie immer, ihr sehr grosses Potenzial auf die Matte bringen – aber um eine Olympische Medaille zu gewinnen, braucht es noch einen Schritt nach vorne hinsichtlich Physis und Taktik.»

Woran muss sonst noch gearbeitet werden, wo gibt es Lücken?

«Timo Allemann und Nils Stump, die Athleten -73kg, hatten gerade die erste WM kämpfen können, und wir wissen, dass so ein grosser Event Energie und Nerven kostet bei der Premiere. Bei Timo fehlte die mentale Gelassenheit, um taktisch so zu kämpfen, wie er sollte. Er besitzt eine grossartige kämpferische Einstellung, aber es gibt auch noch Lücken im technischen Bereich, die Zeit und Arbeit verlangen. Bei Nils war erfreulich zu sehen, wie er sich in Runde eins durchsetzen konnte. Dann wurde er vom Kasachen gestoppt, der schlicht mehr Erfahrung auf die Matten brachte. Bei Nils muss sich die Reaktionszeit beim Angriff verbessern und es darf keine Pausen dazwischen geben. Aber im Grossen und Ganzen ist er auf dem richtigen Weg, Nils wird immer stärker.»

In den oberen Gewichtsklassen lief es nicht, wie gewünscht…

«Nach seinen guten Einsätzen beim Grand Prix in Tiflis (GEO) und Agadir (TUN) zeigte Ciril Grossklaus (-90kg) leider eine enttäuschende WM. Er scheint momentan nicht seine richtige Herangehensweise zum Kampf zu finden und schlägt sich derzeit unter seinem Wert. Ebenso zeigte Patrik Moser seine grossen Möglichkeiten in dieser Saison, indem er die jetzige Nummer 2, Varlam Lipertaliani (GEO), besiegte. Und trotzdem war nach Kampf eins das Ende gekommen. Auch das ist Judo, leider.»

Wie geht es weiter im Team nach der WM?

«Ein Teil des Teams wird weiter Einsätze auf der IJF-Worldtour bestreiten, während für andere schon nächste Highlights wie die U23-EM oder die Militär-WM anstehen. Danach wird ein physischer und technischer Block starten und bis Ende Dezember andauern. Einige Junioren, die im nächsten Jahr bei der Elite kämpfen, werden in dieser Phase bereits zum Team stossen. Ziel für das nächste Jahr wird sein, dass die erfahrenen Athleten noch detaillierter an ihrem Stärkeprofil arbeiten können, um näher zur Weltspitze aufrücken zu können. Die jüngeren Judoka müssen sich die grundlegende Basis in Technik und Physis erarbeiten und Wettkampferfahrungen sammeln, um den Anschluss zur Elite zu schaffen. Es gibt viel zu tun!»


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