Doha Masters, - A. Budolin / B. Baltisberger

Alex Budolin: « Es gibt immer Potenzial! »

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Nationaltrainer Aleksei Budolin im Interview nach dem ersten Grossevent des Jahres. 

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Coach der Elite Nationalmannschaft: Aleksei Budolin. | SJV / Paco Lozano

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Das neue Jahr begann sogleich mit einem Grossanlass. Beim «Masters» in Doha (QAT) standen nur die besten 36 Athlet*innen der Weltrangliste der einzelnen Kategorien im Aufgebot. Entsprechend hoch ist das Level eines solchen Events einzustufen, nicht zuletzt auch deshalb, weil es keine beschränkte Teilnahme pro Nation gibt. Russland, als Beispiel, hatte in den Kategorien Herren -60kg und -66kg jeweils vier Athleten auf den Tatami. 

Natürlich wäre für die Schweiz an der Stelle ein quantitativer Vergleich vermessen. Doch das helvetische Kader durfte angesichts jüngster Resultate zuversichtlich mit vier Athlet*innen nach Doha reisen. Evelyne Tschopp (#10) und Fabienne Kocher (#20) waren in der Kategorie -52kg angetreten, Nils Stump (#26) kämpfte im Teilnehmerfeld -73kg und Ciril Grossklaus (#36) -90kg.

Am Ende resultierten beachtenswerte Erfolge, aber auch Rückschläge und Niederlagen. Evelyne Tschopp kämpfte sich mit zwei starken Siegen auf Rang 7, musste aber in der Folge aufgrund einer Rippenverletzung Forfait geben. Fabienne Kocher holte sich einen Sieg in der Startrunde und war in Runde zwei unterlegen. Nils Stump und Ciril Grossklaus mussten sich früh geschlagen geben.


Interview mit Alex Budolin

Wo stehen unsere Judoka, wie sind ihre Leistung zu beurteilen und welche Aussichten haben wir für kommende Meisterschaften? Nationaltrainer Alex Budolin gibt Auskunft im Interview.


Alex, wie hoch ist deiner Meinung nach das sportliche Niveau derzeit?

« Das allgemeine Sportlevel ist gestiegen und Judo ist hier keine Ausnahme. Das durchschnittliche Leistungsvermögen im Judo hat stark zugenommen, sodass wir bei den hochrangigen Wettkämpfen bereits in den ersten Runden ausgeglichene Duelle haben. Es ist kaum möglich, exakt vorauszusagen, wer gewinnen wird. Natürlich gibt es Spitzenreiter, aber selbst für sie wird es immer schwieriger, sich konstant auf dem höchsten Niveau zu bewegen. »


Wo stehen wir als Schweizer Athlet*innen?

« Auch die Schweizer Judoka können derzeit dieses Tempo halten. Wenn ich mit unseren Athleten auf die Tatami gehe, glaube und vertraue ich darauf, dass sie bis zu den letzten Sekunden kämpfen werden. Manchmal gewinnen wir und manchmal lernen wir, aber ich weiss, dass unsere besten Athlet*innen auf dem Niveau der Top-15 sind. Wir haben gesehen, dass sie auf diesem hohen Level mithalten können. »


Was sind die nächsten Schritte, wo können wir uns verbessern?

« Es gibt immer Potenzial! Obwohl unsere Judoka erfahrene Sportler sind, können sie sich immer noch in verschiedene Richtungen entwickeln: technisch als auch physisch. Was wir noch vermehrt brauchen, ist mentale Intelligenz, d.h. in einem Kampf genug Selbstvertrauen zu entwickeln, um ein Risiko ohne Fehler einzugehen. Je höher das Niveau desto weniger Unentschlossenheit und Zweifel sind erlaubt. »


Es ist nicht mehr lang bis Tokio. Welche Fortschritte und Entwicklungen können in der kurzen Zeit noch erzielt werden?

« Bis Tokio stehen noch sechs hochkarätige Wettkämpfe und sechs internationale Trainingslager an. Das Ziel für das olympische Team ist es, sich in den eigenen technischen Finessen zu verbessern und die Schwächen der Gegner zu kennen. Ein weiteres Ziel ist es, die mentale Bereitschaft zu verbessern, ein inneres Gleichgewicht zu finden, um die Olympischen Spiele mit klarem Kopf anzugehen.»


Was sind die realistischen Ziele für Tokio nach jetzigem Stand?

« Unsere Spitzensportler sind motiviert und arbeiten jeden Tag daran, das Maximum zu erreichen. Ich spreche nicht gerne zu offen über Ziele, denn die Athlet*innen haben diese für sich selbst festgelegt und ich werde sie dabei unterstützen. Auf der einen Seite sind die Olympischen Spiele ein aussergewöhnlicher Wettbewerb, aber auf der anderen Seite sind die Gegner, die Regeln und der Spirit derselbe. Wenn wir also auf die Tatami gehen, gibt es in diesem Moment nur dich und dein Gegenüber. Um Olympiasieger zu werden, muss man fünf Kämpfe gewinnen! »


 

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