Handicap Sport / Deaflympics, - Benar Baltisberger

Jonas Jenzer: «Solange ich fit bin mache ich weiter mit internationalen Wettkämpfen»

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Jonas Jenzer ist der erfolgreichste gehörlose Schweizer Judoka. Höchste Zeit also, seine Geschichte und seine kommenden Pläne vorzustellen…

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Aushängeschild im Einsatz: Jonas Jenzer (in Weiss) | Bild: Jonas Jenzer / zVg.

Seit Jahren ist er das Schweizer Aushängeschild im Judo für Gehörlose. Jonas Jenzer darf sich zahlreiche internationale Grosserfolge im Kontext der «Deaflympics» anrechnen. Und – als spannende Randnotiz vermerkt – eben nicht nur im Judo sondern gleichzeitig auch im Snowboard. Während ihn auf sportlicher Leistungsebene dieser eher exotische Mix der zwei Disziplinen auszeichnet, wird Jonas innerhalb der Schweizer Judoszene auch für seinen offenherzigen und respektvollen Charakter geschätzt. Trotz vieler Erfolge zeichnen ihn Bescheidenheit und Lernbereitschaft aus – Eben einer, der sehr viel vom Judo-Spirit verstanden hat…

Im Alter von 11 Jahren hatte sich der heutige Dan-Träger 1996 entschieden, einen Judo-Gi zu tragen. Sehr zur Freude und Bereicherung der Schweizer Judo-Gemeinschaft wuchs der Sport zu einem entscheidenden Teil innerhalb seines Lebens heran. Dank seiner Beflissenheit und seinem Leistungswillen stand er bereits 2004 zuoberst auf dem Podest bei der Gehörlosen WM in Moskau. Es folgten Silber an der WM 2008 in Toulouse, Bronze bei den Deaflympics 2009 (+ 5ter Rang 2013 Deaflympics) sowie der Europameister-Titel 2015.
Je nach Phase trainiert der Judoka vom JJJC Spiez derzeit 2-5mal Judo pro Woche. Hinzu kommen zwei Krafteinheiten sowie 1-2 ergänzende Trainings wie Joggen, Wandern oder Snowboarden. Und das alles mit einem klarem Ziel vor Augen, das er uns im Interview verriet…

Interview mit Jonas Jenzer

Jonas, 2015 wurdest du Judo-Europameister. Welches war dein erstes Turnier bei den Gehörlosen?
Daran erinnere ich mich natürlich noch gut: Es war die Weltmeisterschaft 2004 in Moskau…

Wie kam es dazu, mit welcher Organisation arbeitet der Verband in dem Bereich zusammen?
Bei allen internationalen Einsätzen werde ich vom Schweizerischen Gehörlosen Sportverband unterstützt. Dazu gehören beispielsweise die Anmeldung, die Reise, Unterkunft usw. Auf internationaler Ebene gibt es die Europäische Organisation für Gehörlose und natürlich die Organisation der Deaflympics.

Was sind deiner Meinung nach die Vor- und Nachteile von gehörlosen Judoka?
Beim Judo gibt es grundsätzlich keine Unterschiede zu hörenden Athleten. Für mich bietet sich natürlich der Vorteil, dass ich sowohl Wettkämpfe mit hörenden Judoka als auch Turniere im Kontext von Gehörlosen bestreiten darf. Es kann natürlich vorkommen, dass ich an gewissen Turnieren etwas schlechter informiert werde: Aber in der Schweiz kennen mich viele und helfen mir immer entsprechend. Das freut mich natürlich besonders.

Was empfiehlst du den Nachwuchs-Kämpfern/innen, die in deine Fussstapfen treten möchten?
Es ist sicher wichtig, dass man Freude beim Trainieren hat aber gleichzeitig konzentriert bleibt. Im Training sollte immer viel ausprobiert werden ohne dabei nur ans Gewinnen zu denken. Der Schlüssel liegt in der Wiederholung und dem Feingefühl. Im Kampf sollte man nicht zu viel nachdenken.

Was sind deine künftigen Pläne im Judo?
Im Sommer 2017 will ich bei den Deaflympics in Samsun (Türkei) wieder auf dem Podest stehen. Solange ich noch fit bin mache ich weiter mit internationalen Wettkämpfen.


 


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