Leistungssport Interview, - Benar Baltisberger

Wenzinger: "Judo wird immer ein Teil von mir sein..."

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Der -90kg-Kämpfer Domenic Wenzinger tritt vom Leistungssport zurück. Wie es mit ihm und dem Judo weitergeht verrät er uns im Interview.

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Siegreich: Domenic gewinnt seinen ersten Kampf an den European Games Baku 2015 | Q: P. Lozano

O-Soto-gari und Sasae-Tsuri-komi-ashi gehören zu seinen schärfsten Waffen auf den Tatami. Seit 1998, als Domenic Wenzinger als 11-Jähriger zum ersten Mal die Judo-Matten betreten hatte, war er der japanischen Kampfkunst verfallen. Während er über all die Jahre erfolgshungrig einen Wettkampf nach dem anderen bestritt, musste er als Jugendlicher zuerst unten durch. Erst bei den U20 setzten seine Erfolge allmählich ein, wodurch auch der damalige U20-Nationaltrainer Dirk Radszat auf den Athlet vom JJJC Brugg aufmerksam wurde und zu sich ins Kader holte.
Seit da ging es dann auch steil aufwärts: Er konnte sich im Nationalkader über die U23 bis zu der Elite, wo er schliesslich auch dem Grand Slam Kader angehörte, immer bewähren. Zu seinem grössten Erfolg gehört, neben 3 Weltcup-Medaillen, der Sieg am Grand Prix Rijeka 2013 – Der bisher einzige bei den Herren! 

Nun tritt der 4-fache Schweizer Einzelmeister zurück. Wir wollten wissen warum...

Domenic, du bist zurückgetreten - kurz vor der EM und vor Ende der Olympia-Quali-Phase. Wieso dieser Zeitpunkt?
D.W.: Nach der WM 2015 wurde ich aus dem GS-Kader gestrichen und habe gemerkt, dass ich mich nicht mehr weiterentwickle und hinter meinen Gegnern stehen bleibe. Diese Erkenntnis wollte ich mir zuerst nicht eingestehen. Ich habe alles auf ein gutes Resultat in Paris gesetzt, um zurück zu kommen, aber leider ist mir das nicht gelungen und die Spiele waren damit zu weit weg.
Im Frühjahr 2016 war mein Ziel gleichzeitig mit der EM aufzuhören, aber leider verletzte ich mich in Sofia und damit war auch dieser Plan Geschichte. Mit dieser Verletzung habe ich dann verstanden, dass ich nicht mehr 100% bei der Sache bin und mich entschlossen vom Leistungssport zurückzutreten.


In all den Jahren Leistungssport: Welche war für dich eine besondere Erfahrung?
Die Erfahrung alles aus sich heraus zu holen und vielleicht sogar über sich hinaus zu wachsen. Der Grand Prix Sieg war ein Erlebnis, das ich für mein ganzes Leben mitnehmen werde. Das gefühl nach dem Ippon im Final ist unbeschreiblich.

Wie geht es künftig mit Domenic und Judo weiter? Gibt es noch Ziele?
Judo wird immer ein Teil von mir sein und ich hoffe das ich diesem Sport noch viel zurückgeben kann. Ich möchte meine Dangradierungen etwas aufstocken und im nächsten Jahr den Nachwuchstrainerkurse von J+S absolvieren. Gerne würde ich auch Gasttrainings in verschiedenen Klubs geben, um zu erfahren wie es in anderen Vereinen und Teams aussieht.

Im Namen des SJV und der Schweizer Judo- & Ju-Jitsu-Fangemeinschaft möchten wir Domenic herzlich danken für viele tolle Judo-Momente und wünschen nur das Beste für den weiteren Weg...


 


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