Leistungssport Interview, - Benar Baltisberger

Juliane Robra: "Ich werde nun die nächsten Schritte angehen..."

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Rücktritt: Juliane Robra, eine der erfolgreichsten Schweizer Judoka, verabschiedet sich vom aktiven Leistungssport. Aber nicht vom Judo...

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Visiert neue Ziele an: Juliane Robra (weiss) tritt vom aktiven Leistungssport zurück, bleibt aber der Judofamilie erhalten...

Sie war die stärkste Schweizer Judoka der letzten Jahre. Etliche Erfolge und emotionale Ereignisse gehen auf ihr Konto – und wir erhielten im Gegenzug ein sportliches Idol, eine Athletin, zu der unser Nachwuchs aufschauen konnte. Nun tritt Juliane Robra vom aktiven Leistungssport zurück...

Im Laufe ihrer Karriere im Schweizer Judo-Nationalkader durften wir zahlreiche Erfolge mit Juliane feiern. Bereits als Nachwuchs-Judoka konnte die heutige Trägerin des 3. Dan überzeugen: Bei der U20 holte sich Juliane Gold an den internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften, bei der U23 folgte die erste EM-Medaille – Silber in Kiev! In bester Erinnerung sind die Erfolge der Genferin bei der Elite. 2010 und 2012 schaffte sie die Sensation mit jeweils Bronze an den Europameisterschaften. Und verdient konnte sie sodann an den Olympischen Spielen 2012 in London antreten. Dies ist ein knapper Auszug ihrer Erfolgsgeschichte. Wer es genau wissen will, bildet sich hier weiter...

Best-of-Video: Juliane Robra...

Zuletzt hatten wir mit Juliane während der Qualifikationsphase für die kommenden Olympischen Spiele in Rio mitgefiebert. Am Ende hatte es knapp nicht gereicht – geschätzte 1 - 2 Resultate an grossen Turnieren fehlten für die definitive Teilnahme. Doch ist ist sie deswegen gescheitert? Keines Wegs! Juliane Robra hatte gezeigt, dass man für seine Träume kämpfen und etwas riskieren muss. Sie hatte bis zuletzt an sich geglaubt – wir taten es ihr gleich! – und gab sich zu keinem Zeitpunkt auf, selbst als sie mit dem Rücken zur Wand stand. Schliesslich konnte sie sich nicht in den Top 16 platzieren. Aber das ist Sport: mit Rückschlägen umgehen zu können gehört genauso dazu wie schöne Erfolge zu feiern... Danke Juliane, du hast uns gezeigt, dass du beides beherrschst!

Zum Abschluss ihrer Leistungssportkarriere hatten wir Juliane ein paar Fragen gestellt...

Juliane Robra, erzähle uns kurz über die Gründe deines Rücktritts…
J.R.: Als die Olympiaqualifikation 2016 für mich gelaufen war, ist etwas in mir erloschen. Grundsätzlich hatte ich 2016-2017 als meine letzte Saison gesehen. So selbstverständlich wie bisher das Streben nach der Leistungsfähigkeit war, um eine Olympiamedaille zu gewinnen, so klar war mir, dass ich ohne dieses Feuer, diese Power keinen Wettkampf mehr kämpfen werde. Ich habe mir noch Zeit genommen, um mich damit zu konfrontieren, zu sehen wie es sich entwickelt und dann definitiv meinen Rücktritt gegeben.

2012 hattest du dich für London qualifiziert, 2016 hat es für Rio knapp nicht gereicht. Warum?
Weil ich die notwendigen Leistungen und Resultate nicht erzielt habe. Ich habe die Arbeit und die Elemente, die ich angegangen war, um eine Medaille in Rio zu holen, teilweise integrieren, aber nicht auf das Niveau bringen können, das notwendig gewesen wäre, um die Wettkämpfe für sich zu entscheiden.

Wie geht es nun weiter mit Juliane und Judo?
Ich werde nun den Weg weiter gehen, die nächsten Schritte angehen. Judo hat mich geprägt und ich möchte und hoffe, dass ich Judo weiter leben werde... die Form ändert sich. Ab September werde ich im Shung Do Kwan, dem Club, in dem ich im Judo "aufgewachsen" bin, sowohl mit Schülern, Jugendlichen, als auch mit Erwachsenen regelmässig auf den Tatami stehen. Ausserdem dürfte ich in Zukunft sicher auch immer wieder bei ein paar Judo-Weekends und Trainingslagern dabei sein. Ich möchte zudem mein Judo weiter vertiefen: Aktuell übe ich unter anderem an der Kime-no-kata für meinen nächsten Dan... Grundsätzlich möchte ich Judo auf und auch neben den Tatami teilen!

Welche Ratschläge hast du für junge Nachwuchstalente mit dem grossen Olympiatraum?
Ich wünsche ihnen, ihren Traum jetzt zu leben, dass sie die Möglichkeiten erhalten, sie suchen, sehen und sich ihren Schritten widmen.

Im Namen des SJV und der Judo- und Ju-Jitsu Gemeinschaft danken wir Juliane Robra herzlich für ihren jahrelangen Einsatz im Leistungssport und freuen uns natürlich, auch künftig von ihren Kompetenzen profitieren zu dürfen...


 

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