Olympische Spiele, - Benar Baltisberger

Evelyne Tschopp: «Dachte, es wäre möglich... »

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Nach einem Sieg über die Olympia-Dritte von 2012 Priscilla Gneto (FRA), scheiterte Evelyne Tschopp im Achtelfinale. Allerdings gegen keine Geringere als die spätere Olympia-Siegerin Kelmendi (KOS).

Video: Gegnerin übermächtig: Tschopp in Runde 2 gestoppt

Sie landete nach dem Draw definitiv in einem der härtesten Pools. "Die Auslosung meinte es echt nicht gut mit mir", bestätigte Evelyne Tschopp nach dem Wettkampf. Nichts desto trotz nahm sich die 25-Jährige erst recht der Herausforderung an. Der Siegeswille hat ihr immerhin einen kleinen Erfolg beschert...

1. Kampf: Tschopp vs. Gneto (FRA) → Vorbericht lesen

Herkules-Aufgabe gleich im ersten Kampf. Der Schweizerin stand die Französin Gneto, ihres Zeichens Olympia-Dritte von London, gegenüber. Evelyne Tschopp freute sich dennoch sichtlich auf ihren Auftritt und die bevorstehende Aufgabe. Denn die Vergangenheit bestätigte der Schweizerin, dass sie eine Judoka ist, vor der sich keine Konkurrenz sicher fühlen darf. Tschopp hat das Zeug, bei jeder Gelegenheit und bis zur letzten Sekunde gefährlich anzugreifen. Gneto stand damit genauso, wenn nicht erst recht unter Druck.
Evelyne Tschopp war von Beginn weg stark – ebenso die Französin, die einen harten Griffkampf auffuhr und sich dominant die Position erkämpfen wollte. Die Schweizerin hielt Stand, liess sich nicht unterkriegen. Auch nicht, nachdem Gneto zu einer ihrer Spezialtechniken, einem sogenannten «Sode-Tsuri-Komi-Goshi» ansetzte, mit dem sie in einem vergangenen Duell bereits einmal gegen Tschopp punkten konnte. Die Athletin aus Muttenz parierte den Angriff, wollte weiter nachsetzen – und da passierte es! Bei dieser Sequenz bediente sich Gneto ihrer Schulter, respektive ihres Armes, um das Bein von Evelyne Tschopp zu blockieren. Das ist gemäss aktuellem Regelwerk eine unerlaubte Handlung, die zur direkten Disqualifkation führt. Die Kampfrichter berieten sich im Hintergrund kurz, dann war die Entscheidung klar: «Hansokumake» (  = Disqualifkation) für die Französin – Sieg für die Schweizerin. Während sich Gneto bei der Aktion in Sichheit wog, sich bereits im Bodenkampf zu befinden, machte Evelyne Tschopp mit ihrer klar aufrechten Position und der damit verbundenen Haltung, nach wie vor angreifen und punkten zu können, alles richtig.

2. Kampf: Tschopp vs. Kelmendi (KOS)

Vom Regen in die Traufe würde man fast sagen – Denn im zweiten Kampf wartete mit Majlinda Kelmendi eine noch schwierigere Aufgabe als jene, die Evelyne Tschopp eben meistern konnte. Die zweifache Weltmeisterin Kelmendi aus dem Kosovo ist in der Gewichtsklasse -52kg die absolute Dominatorin der letzten Jahre. Wir erinnerten uns an den Grand Slam 2015 in Paris zurück, als Tschopp einen riesen Lauf hinlegte und am Ende im Final doch noch gestoppt wurde – eben von Majlinda Kelmendi. Kurz darauf begegneten sich die beiden wieder im 1/8-Final des Grand Slam Abu Dhabi. Und da war die ganze Sache bereits zäher für Kelmendi, Tschopp war in der Anfangsphase dominant und ging zeitweise auch in Führung, konnte den Sieg allerdings nicht heimfahren. Etwas Hoffnung aukommen zu lassen für den bevorstehenden 1/8-Final in Rio war also nicht vermessen: Evelyne Tschopp könnte das Wunder schaffen.
Kelmendi hatte aber definitiv andere Pläne. Nach einer hart umkämpften «Kumi-Kata»-Phase ( = Griffkampf), setzte Kelmendi zum «Uchi-mata» an, einem inneren Schenkelwurf. Und der Angriff war stark – zu stark leider aus Schweizer Sicht. Kelmendi siegte mit Ippon. Auch in den darauf folgenden Kämpfen liess Kelmendi nichts anbrennen: Sie spielte ihre Klasse aus und wurde Olympia-Siegerin – verdient, muss man sportlich sicherlich zugeben.

Reaktion von Evelyne Tschopp:

"Es ist schade, so rauszufliegen, denn ich glaubte an mich und dachte schon, dass ich auch die starken Athletinnen hätte besiegen können. Das ich natürlich direkt auf Nummer zwei und eins treffe, war sicher unglücklich..."


 


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