Grand Slam Paris 2016, - Benar Baltisberger / Olivier Remy

Ciril Grossklaus mit Rang 5 in Paris

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Sechs Kämpfe, vier Siege und hundert Punkte für Olympia!



Interview mit Ciril Grossklaus nach dem Turnier. (GS Paris 2016 - La confiance de Grossklaus par lespritdujudo)

Tag 2

Grosser Auftritt vom Judoka Ciril Grossklaus in der Klasse -90kg. Am prestigeträchtigsten Turnier der Welt holt sich der 24-Jährige den fünften Rang und wichtige Punkte in der Qualifikation für Olympia 2016. Das Ticket ist zum Greifen nah.

Was Wimbledon für Tennis ist, ist der Grand-Slam Paris für das Judo. Ein traditionsreiches Turnier, an dem alles vertreten ist, was Rang und Namen hat. Gerade unmittelbar vor Olympia, wenn an den Grand-Slams neben Kontinental- und Weltmeisterschaften die meisten Punkte zu holen sind, wird das Rennen um die Medaillen zum Kampf der Titanen.
Ciril Grossklaus gehört zu den Titanen in seiner Kategorie -90kg. Nach insgesamt 6 hart umkämpften Duellen, beendet der Athlet aus Brugg das Turnier auf dem fünften Rang. Von Beginn weg wurde ihm nichts geschenkt. Die erste Runde gegen den Spanier Ruiz Zajac beendete Grossklaus mit 2:1 Strafen Vorsprung. In Kampf zwei durfte er gegen Klammert (CZE) vorzeitig dank vollem Punkt (Ippon) als Sieger abgrüssen. Das dritte Duell war die Knacknuss: Der Holländer Van T End, mehrfacher Grand-Slam-Medaillist, wurde zum Härtetest. Doch Grossklaus bestand. Im Golden-Score – Die Phase nach abgelaufener Kampfzeit, wo jede Wertung entscheidet – siegte der Schweizer mit kleiner Wertung. Dann wartete im Viertelfinale der Franzose Buffet, der all seine Kämpfe davor mit vollem Punkt gewinnen konnte. Das schien Grossklaus, Weltnummer 25, aber nicht zu beeindrucken: Er dominierte klar und verwies Buffet mit Ippon (ganzer Punkt) von den Matten – Halbfinale!

Alexandre Iddir, Nummer 1 in Frankreich und Nummer 11 der Welt, vermochte den Lauf vom Schweizer zu brechen und schickte ihn ins kleine Finale um Platz 3. Kein Geringerer als der Weltmeister und Weltnummer 1 Gwak (KOR) war schliesslich Ciril Grossklaus’ letzter Gegner an diesem Tag. Der Brugger Judoka zeigte einen starken Kampf über die Zeit, behauptete sich vereinzelt in der Griffphase. Doch am Ende reichte sein Einsatz nicht für die Medaille und er musste dem Weltmeister den Podestplatz überlassen.
Nichts desto trotz ist diese Leistung überragend und schliesst an seinen Erfolg vom Grand Prix Havanna (CUB) – Grossklaus holte sich Bronze – an. Der Schweizer ist in Topform und gehört zur Weltspitze seiner Kategorie. Dank weiteren 100 Olympia-Punkten, die er aus Paris mitnimmt, ist das Ticket für Rio näher denn je.

Juliane Robra (-70kg), gerade noch auf dem Podest am Weltcup in Sofia, vermochte nicht ins Turnier zu finden. Sie musste sich im ersten Kampf geschlagen geben.

  • Benar Baltisberger, SJV

Tag 1: Dreifacher Fall!
Evelyne Tschopp (-52kg), letzten Oktober Finalistin in Paris, die diesen Morgen mit dem 23 Platz der Ranking-Liste liebäugelte, musste sich in der ersten Runde gegen die Israelin Roni Schwartz geschlagen gegen. Die Bronzemedaillengewinnerin vom Grand Slam von Tyumen und vom Grand Prix von Jeju 2015, 24. auf der Ranking-Liste, konterte Tschopps O-Uchi-Gari mit einem Yuko, und konnte ihr in Folge noch einen weiteren abgewinnen. Die Schweizerin versuchte vergebens den Punktestand auszugleichen. Sie sah sich dabei mit einer Gegnerin mit einer eher negativen Attitüde konfrontiert die vielleicht auch eine vierte Strafe verdient gehabt hätte. Eine Innensichel half ihr vorübergehend wieder in den Kampf, aber auch diese Massnahme genügte schlussendlich nicht: Evelyne Tschopp muss sich in der ersten Runde dieses Grand Slams einer Gegnerin geschlagen geben, die mit direktem Kurs auf die olympischen Spiele zusteuert, dies obwohl sie diese Ende November am Grand Prix von China noch geschlagen hatte. Unsere Judoka steuert nun Düsseldorf an, um wieder neuen Mut zu schöpfen.

Für Ludovic Chammartin sieht die Lage nicht anders aus. Der zweifache Medaillengewinner an Europameisterschaften verschwand sehr schnell in der Versenkung an diesem französischen Turnier. Im Kampf gegen den Bulgaren Gerchev, Europameister U23 in 2011, jedoch aktuell auf dem bescheidenen 53 Platz des internationalen Olympiarankings, verbuchte Ludo ein Tomoe-Nage, wenn auch nachträglich nach Hinzuziehung des Videobeweises. Es stand nun Yuko gegen ihn, eigentlich ein Weckruf, doch der Athlet aus Romont schaffte es nicht, den Punktestand auszugleichen und musste schliesslich mit Ippon durch einen schwungvollen Juji-Gatame geschlagen geben.

Kein langer Wettkampfeinsatz für Tschopp und Chammartin… für Emilie Amaron lief das Turnier auch nicht besser. Die 25-jährige Judoka und ihr Harai-Goshi fanden keine Möglichkeit, im Auftaktkampf in der Kategorie -57kg gegen die Kanadierin Beauchemin-Pinard zu punkten. Sie wurde in zwei Minuten von der siebtplatzierten des Rankings abgefertigt. Nun, heute war wohl nicht der Tag der Schweizer Delegation in Paris.

  • Olivier Remy, L'Esprit du Judo

→ Medienmitteilung


 


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