Olympische Spiele Rio, - Benar Baltisberger

Ludovic Chammartin: «Hatte mein Bestes gegeben...»

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Für Ludovic Chammartin endete der olympische Wettkampf nach einem Sieg und einer Niederlage. Eine Runde weiter hätte das sichere Diplom gewartet.

Video: Achtelfinal-Aus für Chammartin

Für den Schweizer Judoka Ludovic Chammartin reichte es nur knapp nicht in die Top 7. Im ersten Kampf setzte sich der 60kg-Athlet erfolgreich gegen Lenin Preciado (ECU), den Sieger der «Pan American Games 2015», durch. Im Achtelfinal scheiterte er am Usbeken Urozboev, der am Ende die Bronzemedaille gewann.

→ Bilder Kampf 1

Kampf 1: Chammartin vs. Preciado. → Vorschau lesen...

Ein zäher Kampf kündete sich im Vorfeld für Ludovic Chammartin an. Der Gegner hiess Lenin Preciado: dreifacher Medaillengewinner an panamerikanischen Kontinentalmeisterschaften – zuletzt Gold in Toronto 2015. Die Aufgabe war für beide Athleten schwierig, da sowohl der Schweizer als auch der Ecuadorianer bevorzugt in der Linksauslage angreifen. Die Begegnung wurde damit wie erwartet eng und hart umkämpft, die Judoka schenkten sich gar nichts.
Chammartin führte über eine längere Zeit in der Anfangsphase. Mit starker Position und Taktik setzte er seinen Kontrahenten unter Druck. Es gelang dem Schweizer den Kampf zu bestimmen und dem Kontrahenten zwei «Shido» (= Strafen) aufzuzwingen. Doch dann reagierte der Südamerikaner, setzte zweimal erfolgreich zum Wurf an. Mit seiner Spezialtechnik «Uchi-Mata» (vgl. Video) punktete Preciado jeweils mit «Yuko» (= kleinste Wertung) und übernahm die Führung. Doch Ludovic Chammartin gab sich nicht geschlagen, zu keinem Zeitpunkt, glaubte an sich und seine Fähigkeiten – Bis zur letzten Möglichkeit! Und so wurde sein Kampfgeist, sein Ehrgeiz schliesslich belohnt. Unkonventionell, aber erfolgreich setzte er zum «Ura-Nage» an (= Aushebertechnik, oft als Kontertechnik ausgeführt). Der Kampfrichter zögerte – dann die Erleichterung aus Schweizer Sicht: Der Unparteiische wertete die Ausführung korrekt mit Waza-Ari (= Halber Punkt). Der Schweizer führte wieder und das kurz vor Ende des Kampfes. Zu wenig Zeit für Preciado nochmals zu reagieren. Der Schweizer siegte. Der Moment war perfekt.

Kampf 2: Chammartin vs. Urozboev

Im Achtelfinale stand Chammartin dem Usbeken Diyorbek Urozboev – Weltnummer 4 – gegenüber. Der Usbeke gehört nicht zufällig seit rund 2 Jahren zur absoluten Weltspitze. Davon zeugen insgesamt acht gewonnene Medaillen auf der IJF Worldtour.
Der Schweizer wusste, sollte er zuerst zum Punkten kommen, so würde der Sieg in diesem Kampf durchaus realistisch. Chammartin versuchte von Beginn weg den Gegner unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Doch der Usbeke stand gut, schaffte es seinerseits dem Schweizer zwei «Shido» anzuhängen. Auch technisch trumpfte der Asiate auf: Zum Ersten mit einem sehr kontaktfreudig angesetzten «Sasae-Tsuri-Komi-Ashi» und schliesslich einem «Sode-Tsuri-Komi-Goshi» (vgl. Video). Dafür erhielt Urozboev «Yuko» und «Waza-Ari» in dieser Reihefolge. Chammartin lag klar zurück und musste nun sichtlich mehr riskieren.
Der Usbeke geriet wieder unter Druck und versuchte nun seine Führung bis Ende der Kampfzeit zu verteidigen. Chammartin versuchte alles bis zur letzten Gelegenheit, um das drohende Aus doch noch zu bewenden. Die Endphasen-Taktik war schlicht: Mit vollem Punkt (= Ippon) hätte er das Ruder nochmals herumreissen und ins Viertelfinale einziehen können. Nichts blieb unversucht. Am Ende reichte es nicht. Doch Ludovic Chammartin braucht sich nichts vorzuwerfen: Er hatte alles gegeben, für den Sieg hatte es heute in dem Kampf leider nicht gereicht...

Ludovic meldet sich zu Wort nach dem Einsatz

"Voilà je ne peux pas être satisfait du résultat mais j'ai donné le meilleur de moi même et ça rend la défaite un peu moins dur... "

"Nun, ich kann vom Resultat her nicht zufrieden sein, aber ich hatte mein Bestes gegeben und das macht die Niederlage zumindest etwas weniger schmerzhaft..."


Video Rückblicke:

1.) Chammartin (SUI) vs. Preciado (ECU)

2.) Chammartin (SUI) vs. Urozboev (UZB)

Credits: SRF Stream srf.ch/sport/rio-player


 


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