WM 2018, - Benar Baltisberger

WM: Respektable Leistungen von Kocher und Tschopp

image

Bei den Weltmeisterschaften 2018 in Baku (AZE) mussten sich Fabienne Kocher und Evelyne Tschopp jeweils im Achtelfinale geschlagen geben. 

image
Gewusst wie: Fabienne Kocher siegt in Runde 1 mit «Sankaku-Gatame» | SJV / Paco Lozano

→ Rückblick (Resultate, Bilder, Videos)

Es war ein solider Auftritt der beiden Schweizer -52kg-Athletinnen, Fabienne Kocher und Evelyne Tschopp, bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Baku. Wer einen Blick auf das Teilnehmerfeld warf, dem wurde schnell bewusst, dass früher oder später ein Exploit gelingen musste, um unter die besten sieben zu kommen. Von der Top-10-Weltrangliste -52kg fehlte gerade mal eine Athletin beim diesjährigen Prestige-Event. Und nur wer es bei den grossen Meisterschaften bis ins Viertelfinale schafft, erkämpft sich einen Platz in den nennenswerten Rängen. Trotz beherztem Einsatz ist dies heute aus Schweizer Sicht nicht ganz gelungen, obwohl sich beide unserer Judoka absolut auf Kurs befanden und bis in Runde 3 vorankamen. Das gibt 240 Punkte fürs Olympia-Ranking. 

Fabienne Kocher stand in ihrem ersten Kampf der Weltnummer 16, Ecaterina Guica (CAN), gegenüber, die für die Schweizerin einer richtungsweisenden Prüfung gleichkam. Trotz ausgeglichenem Kampf konnte Fabienne diese Hürde meistern, in dem sie im richtigen Moment am Boden zu ihrem «Sankaku-Gatame» ansetzte und damit vorzeitig siegen konnte. Mit der Marokkanerin El Qorachi wartete die amtierende afrikanische Kontinentalmeisterin in Runde zwei. Im zähen Duell behielt Fabienne erneut die Oberhand und zog nach drei Bestrafungen gegen ihre Kontrahentin einen Platz weiter nach vorne im Tableau. Eine Runde vor dem Viertelfinal schien es dann aber kein Vorbeikommen mehr zu geben an der Überfliegerin Uta Abe aus Japan. Die erst 18-Jährige bestätigte die seit 2017 anhaltende, internationale Siegesquote von 100% und erkämpfte sich am Ende des Tages verdientermassen auch die Goldmedaille.
Sehr erfreulich aus helvetischer Perspektive war aber, dass sich für Fabienne Kocher der Gewichtsklassenwechsel als korrekte Entscheidung herausstellte. Auch die verletzungsgeprägte Vergangenheit schien die Athletin vom JC Uster hinter sich zu lassen. Bei ihrem Auftritt war kein Zögern zu spüren, sondern Entschlossenheit, mit der sie verdient zwei Kämpfe für sich entscheiden konnte.

Die zweifache EM-Medaillistin Evelyne Tschopp musste sich ebenfalls in Runde drei geschlagen geben. Nach einem Freilos konnte Evelyne erneut über die Ungarin Reka Pupp triumphieren, die sie bereits an der EM 2018 im Bronzekampf hinter sich liess. Während die Athletin vom JC Cortaillod-NE damals noch vorzeitig und scheinbar deutlicher siegte, war es diesmal zwar knapper ausgegangen – doch war der jüngste Sieg nicht weniger verdient gewesen. Denn der Kampf veranschaulichte, dass sich Evelyne ebenso über die komplette Zeit in einem schwierigen Duell durchsetzen kann – und dass sie sich auf ihren «O-Uchi-Gari» stets verlassen darf. Schliesslich scheiterte Evelyne, wie schon an der EM 2018, an der Russin und Weltnummer 3, Natalia Kuziutina. 

«Grundsätzlich haben Fabienne und Evelyne gut gekämpft, denn sie waren beide bereit. Es gibt noch Lücken, an denen wir arbeiten müssen, aber heute waren ihre Konzentration und ihre Einstellung sehr positiv. Sie zeigten eine gute Leistung und mussten Niederlagen gegen Athletinnen akzeptieren, die sich zu den stärksten überhaupt zählen dürfen.», resümiert Nationaltrainer Giorgio Vismara nach dem Tag.

→ Bilder SJV / Paco Lozano

→ Zur WM-Vorschau