European Games, - Benar Baltisberger

European Games: Rang 7 für Ciril Grossklaus

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Judoka Ciril Grossklaus erkämpfte sich bei den European Games in Minsk (BLR) den siebten Rang. 

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Erfolgsmoment: Ciril nutzt seine Chance gegen den Weltmeister. | SJV / Paco Lozano

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Als sportübergreifender Event sind die European Games ein besonderes Spektakel. Der alle vier Jahre stattfindende Grossanlass ähnelt in seiner Austragungsart den Olympischen Spielen, die 2020 in Tokio stattfinden werden. 390 Judoka aus knapp 50 Nationen konnten vom Turnier in diesem speziellen Kontext profitieren, darunter auch drei Schweizer Athleten. Der Wettkampf erfüllte aber im Judo gleichzeitig seinen Zweck als offizielle Europameisterschaft, die Punkte für die Weltrangliste brachte. Ciril Grossklaus schaffte es in die Top 7.


Harte Auslosung?

Unsere Athleten hatten eine schwierige Ausgangslage – könnte man behaupten…  Natürlich, es ist schliesslich eine Europameisterschaft – könnte man entgegnen… Beide Aussagen stimmen in der Hinsicht. In allen drei Pools von Fabienne Kocher (-52kg), Nils Stump (-73kg) und Ciril Grossklaus (-90kg) warteten schon früh die Turnierfavoriten. Doch wer an die Spitze will, muss sich gegen die härteste Konkurrenz durchsetzen können, ob nun früh oder spät im Turnier.

Fabienne Kocher zeigte sich am Tag 1 des Turniers entschlossen, diese Leistung zu bringen. Im ersten Kampf stand sie Reka Pupp (HUN) gegenüber. Die Weltnummer 19 aus Ungarn war eine zähe Probe für Fabienne, die sie schliesslich nach über vier Minuten im Golden Score bestehen konnte. In Runde zwei gab sich die harte Auslosung mit der Olympiasiegerin Majlinda Kelmendi (KOS) gänzlich zu erkennen. Fabienne bewies über lange Strecken ihre Standfestigkeit. Nach einem Unentschieden in der regulären Kampfzeit unterlag Fabienne schliesslich nach einer Minute Golden Score mit der dritten Bestrafung.

Nils Stump konnte am Folgetag nicht zu seiner Höchstform auflaufen. Für den 22-Jährigen hätte sich ebenso ein schwieriger Pool angekündigt – leider kam Nils nicht über den ersten Kampf hinaus. Mit einem gelungenen Konter des Spaniers Jorge Cano Garcias zeigte sich der Sport einmal mehr von seiner bitteren Seite.


Rang 7 für Grossklaus (-90kg)

Nach einem schwierigen Saisonstart konnte Ciril Grossklaus wieder seine starken Fähigkeiten unter Beweis stellen. In seinem ersten Kampf gegen David Klammert (CZE) zeigte Ciril Beharrlichkeit, indem er ein achtminütiges Duell schliesslich am Boden für sich entschied. In der folgenden Begegnung mit dem amtierenden Weltmeister und Weltnummer 1 Nikoloz Sherazadishivili (ESP), bewies der 28-Jährige taktisches Geschick und Stehvermögen. Trotz der Dominanz des Spaniers im Griffkampf, nutzte Ciril den entscheidenden Moment, um mit einer Maki-komi-Technik das matchentscheidende Waza-Ari zu punkten.
Hoffnungen und Erwartungen stiegen an nach einem solchen Sieg, doch zwei weitere Niederlagen bereiteten diesen Perspektiven ein jähes Ende. Ciril unterlag dem Russen Khusen Khalmurzaev im Viertelfinal sowie Mehdiyev Mammadali (AZE) im Hoffnungslauf und musste sich mit Rang 7 begnügen. Ein respektables Resultat mit zwei wichtigen Siegen, das aber – ähnlich dem fünften Rang beim Grand Prix Hohhot – noch Luft nach oben hat. Unter dem Motto «Tendenz steigend» freuen wir uns allerdings auf weitere positive Schlagzeilen von unserem «-90er» Ciril Grossklaus.